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Mehr.WERT.Pavillon

Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn

Studierende, Forscher und Professoren des KIT realisieren gemeinsam mit dem Architektenbüro 2hs den Mehr.WERT.Pavillon auf der Bundesgartenschau Heilbronn 2019, die am 17. April feierlich in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Winfried Kretschmann eröffnet wurde.

Der Mehr.WERT.Pavillon ist Teil des sogenannten Mehr.WERT.Gartens,ein Partnerprojekt des Umweltministeriums Baden-Württemberg mit den Entsorgungsbetrieben der Stadt Heilbronn, und liegt im Experimentierfeld der Bundesgartenschau Heilbronn 2019, dem sogenannten Inzwischenland. Die Einweihung des Pavillons und Gartens findet in einem eigenen Rahmen am 02.Mai 2019 mit Umweltminister Franz Untersteller und Baubürgermeister Wilfried Hajek statt.

Der Mehr.WERT.Pavillon und Garten erforschen die Frage, wie wir und die Generationen nach uns gut leben können, und wie wir es schaffen, unsere Wirtschaft positiv zu entwickeln, wenn die natürlichen Ressourcen unserer Erde knapper werden.

Entworfen und gebaut haben den Pavillon Studierende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) unter Mitwirkung der Professuren Nachhaltiges Bauen (Dirk E. Hebel, Felix Heisel und Karsten Schlesier), Tragwerkslehre (Matthias Pfeifer) und Bautechnologie (Rosemarie Wagner) sowie das Büro 2hs mit Lisa Krämer und Simon Sommer. „Es war uns wichtig, dass nachhaltige Architektur attraktiv und relevant sein muss. Gerade im Bauwesen ist ein Umdenken möglich, denn wir sind heute schon in der Lage die Kreislaufwirtschaft im Bau zu etablieren, wir müssen es nur wollen und dann auch tun.“ sagt Dirk E. Hebel, Professor für Nachhaltiges Bauen am KIT zum Projekt.

Das Projekt Mehr.WERT.Pavillon

demonstriert einen innovativen und sinnvollen Einsatz vorhandener Ressourcen. Alle im Projekt eingesetzten Materialien haben bereits mindestens einen Lebenszyklus durchlaufen, entweder in gleichbleibender oder veränderter Gestalt. Ebenfalls sind alle Materialien sortenrein verbaut und nach dem Rückbau wiederum komplett trennbar. Bei dem Projekt kommen keinerlei Kleber, Silikonfugen, Anstriche oder sonstigen Imprägnierungen zum Einsatz. „Damit bedient sich das Projekt einerseits der bestehenden urbanen Mine, aber stellt gleichzeitig auch ein Materiallager dar, dessen Ressourcen nach der Bundesgartenschau wieder vollständig zur Verfügung stehen“, erklärt Felix Heisel, Projektleiter und Partner im Büro 2hs.

Konzeptionell liegt dem Projekt dabei eine stoffliche Schichtung zugrunde: Die tragende Struktur ist komplett aus Stahl gefertigt, welcher größtenteils aus einem zurückgebauten Kohlekraftwerk in Nordrhein-Westfalen stammt. Die Fassade zeigt wiederverwertete Glasmaterialien aus dem Glascontainer, wie MAGNA GLASKERAMIK® oder Schaumglas. Die Bodenflächen im Garten und unter dem Pavillon sind mit mineralischen Bauabruchstoffen belegt, welche direkt oder in weiterverarbeiteter Form von Recyclinghöfen stammen. Die Möbel und Einbauten sind aus wiederverwerteten Kunststoffmaterialien hergestellt.

Fassade

Die Fassade zeigt hauptsächlich zwei verschiedene Produkte aus Brauch- und Bruchglas. Magna Glaskeramik wird zu 100 Prozent aus Recyclingglas hergestellt und kann nach Gebrauch vollständig und hochwertig wieder dem Glaskreislauf zugeführt werden. Transparentes, grünes oder braunes Flaschenglas werden durch einen Sinterprozess zu Glaskeramik verschmolzen, wobei die Farbigkeit und Form der Glasscherben erhalten bleiben und eine besondere Ästhetik entsteht.